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25. März 2019 Comments (0) Freizeit, Jugendkultur, Mediennutzung

Leben in der perfekten Schein-Welt „Instagram“: Die Stressfaktoren der Millennials

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Schwimmen im türkisblauen Meer, ein Selfie mit der neuen Marken-Handtasche vor der Skyline von New York oder ein gesunder, grüner Smoothie zum Frühstück nach dem morgendlichen Workout – das Leben der Menschen scheint in all seinen Facetten perfekt zu sein. Doch dieses perfekte Leben ist nur eine Schein-Welt. Eine vermeintliche Realität, die Menschen in der realen Welt enormen Stress aussetzt.

Das zeigt auch die Studie der britischen Mental Health Foundation aus dem Jahr 2018.

Demnach empfinden 49% der 18- bis 24-Jährigen, die angaben hohen Stress zu verspüren, den Druck sich mit anderen Menschen zu vergleichen, als Stressfaktor. Damit machen sie in Hinblick dieser Aussage den größten Anteil aller Altersgruppen aus.

Im Vergleich zu den perfekten Instagram-Bildern, erscheint das eigene Leben langweilig und weniger schön. Man steht auf, geht zur Arbeit, trifft sich vielleicht mit ein paar Freunden, rafft sich hin und wieder dazu auf, zum Sport zu gehen – und schon ist der gewöhnliche und unaufregende Tag vorbei. Dabei sollte man sich immer wieder bewusst machen, dass auch hinter den schönsten Instagram-Bildern ein ganz gewöhnliches Leben steckt – und das Bild in vielen Fällen bloß eine aufwändig inszenierte Momentaufnahme darstellt.

Schöner – besser – aufregender

Wer in der Instagram-Welt unterwegs ist, wird häufig hohem Druck ausgesetzt. Es gilt möglichst viele Follower und Likes zu generieren – um jeden Preis. Denn je höher die Anzahl der Likes, desto beliebter scheint das Foto zu sein und umso mehr steigt das eigene Selbstwertgefühl. Dabei schrecken viele Instagramer auch nicht davor zurück, Likes und Follower gegen Geld einzukaufen. Eine hohe Followerzahl ist das Statussymbol auf Instagram – und somit unverzichtbar für den Erfolg eines Accounts.

Damit ein Account auch unabhängig von gekaufter Bestätigung erfolgreich sein kann, belasten sich die User selbst mit hohem Stress. 60% der 18- bis 24-Jährigen und 41% der 24- bis 34-Jährigen haben laut der Mental Health Foundation-Studie Stress aufgrund des Drucks, erfolgreich zu sein. Dafür werden mehrmals täglich Bilder gepostet, nachdem vermutlich 100 Bilder-Versuche gemacht wurden, von denen keines gut genug erschien – denn schließlich muss es perfekt sein, um aus der Masse herauszustechen und besonders beliebt zu werden.

Dass dies weitrechende Folgen haben kann, zeigt der Fall von Lisette Calveireo. Sie ist der perfekte Beweis für die Fake-Realität, die auf Instagram Normalität geworden ist. Um ihr scheinbar perfektes Leben zu beweisen, ging sie mehrmals täglich essen, reiste in entfernte Länder und kaufte sich ständig neue teure Kleidung und Taschen – all dies nur, um ein schönes Instagram-Bild machen zu können. Da ihr Einkommen als Praktikantin dafür selbstverständlich nicht reichte, bezahlte sie all dies zunächst von ihren Ersparnissen. Als diese aufgebraucht waren, suchte sie sich einen Nebenjob und nahm einen Kredit auf. Sie wollte den Schein ihres perfekten Lebens wahren – bis sich ein Schuldenberg von 10.000 Euro angesammelt hatte.

Wer also denkt, dass sein Leben schlechter sei, als das der Instagramer und sich dadurch unter Druck setzen lässt sollte sich vor Augen halten: Vielleicht ist das Selfie vor der New Yorker Skyline nur ein Foto vor einem großen Wandbild in einer Kölner Galerie.

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