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Februar 20, 2018 Comments (0) Personalmarketing

Immer noch zu wenig männliche Erzieher

Kindergartenkinder

In deutschen Kitas arbeiten nach wie vor zu wenig männliche Erzieher. Dabei gibt es vielfache Gründe, die für mehr männliches Personal im erzieherischen Bereich sprechen. Doch die Argumente gegen den Beruf wiegen schwer.

Schon 1996 empfahl die Europäische Union ihren Mitgliedsländern einen anzustrebenden Männeranteil in Kitas von 20 Prozent. Mehr als 20 Jahre später sind sämtliche europäische Länder davon weit entfernt. In der Bundesrepublik Deutschland sind gerade einmal 5,85 Prozent der Erzieher/innen männlich. Selbst die Länder mit dem höchsten Anteil, Hamburg und Berlin, liegen mit zehn Prozent weit unter der Vorgabe. In Bayern und Thüringen gibt es weniger als vier Prozent männliche Erzieher.

Männer als ideale Ergänzung

Gründe, warum Männer unbedingt in Kitas arbeiten sollten, gibt es aus pädagogischer Sicht genug. In einer Zeit, in der viele als Kinder alleinerziehender Mütter aufwachsen, fehlt insbesondere den Jungen eine männliche Bezugsperson und Vorbild. Darüber hinaus können Männer häufig besser mit den Aggressionen gerade von Jungen umgehen. Da Männer selbst einmal kleine Jungen waren, verstehen sie die eventuellen Defizite meist auch besser und kommen eher mit ihnen zurecht.

Diese Gründe bedeuten nicht, dass Männer besseres Kita-Personal darstellen als Frauen, denn dem ist nicht so. Frauen sind in der Regel einfühlsamer und liebevoller. Doch gerade im Zeitalter der vaterlosen Kinder wären männliche Rollenvorbilder wichtig. Zudem ist heute bekannt, dass die Stimmung in Kitas positiver und produktiver ist, wenn die weiblichen Teams durch männliche Kollegen ergänzt werden.

Zu viele Gründe dagegen

Doch Erzieher/in sein ist in Deutschland nicht einfach. Das Stresslevel und die Belastung des Kita-Personals sind hoch. Der ständige Lärm häufig zu großer Gruppen setzt den Beschäftigten auf Dauer zu. Hinzu kommt, dass die aufreibende Arbeit, die zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben gehört, in der deutschen Gesellschaft zu wenig gewürdigt wird. Das gesellschaftliche Ansehen der Beschäftigten im Kindergarten ist nicht zu vergleichen mit dem von Gymnasiallehrern oder gar Hochschul-Dozenten, obwohl all diese Bevölkerungsgruppen die Heranwachsenden auf ihrem Weg ins Erwachsensein begleiten. Dabei werden die Grundsteine der gesamten Entwicklung eines Menschen vor allem auch im Kindergarten gelegt.

Darauf, mit einem hohen Gehalt für den Stress und die fehlende Anerkennung entschädigt zu werden, können Erzieher nicht hoffen. Das Internetportal gehalt.de gibt für Erzieher eine Gehaltsspanne zwischen knapp 30.000 und 39.000 Euro aus. Damit liegen 22 bis 41 Prozent unter dem üblichen Gehalt von Lehrern. Schlechte Aussichten für den Beruf des Erziehers.

Beitragsbild: © Andrey Kuzmin / Fotolia

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