Junge Zielgruppe spielt in den Sommerinterviews keine Rolle

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OECD-Bildungsstudie belegt hohe Jobsicherheit mit Berufsausbildung

OECD-Bildungsstudie belegt hohe Jobsicherheit mit Berufsausbildung

21. August 2018 Comments (0) Studien

Beruflicher Aufstieg wird für Studierende unwichtiger

Beruflicher Aufstieg wird für Studierende unwichtiger

Heutige Studierende sind sich ihrer guten Zukunft sicher. Im festen Glauben daran, nach dem Studium schnell einen gut bezahlten Job zu finden, verliert der berufliche Aufstieg für sie zunehmend an Bedeutung. Das Studienfach wird mehrheitlich nach persönlichen Interessen entschieden.

Beruflicher Aufstieg hat für nur noch 41 Prozent der Studierenden eine sehr hohe Bedeutung. Noch im Jahr 2016 war dieser Aspekt für 57 Prozent sehr wichtig. Das hat die EY Studentenstudie 2018 im Auftrag der Ernst & Young GmbH ergeben. Teilgenommen haben 2.000 Studierende in 27 Universitätsstädten Deutschlands.

Am wichtigsten ist den Befragten die Familie. Hierfür gaben 70 Prozent eine sehr hohe Bedeutung an. Auf Platz zwei folgen Freunde und das soziale Umfeld mit 66 Prozent. Damit werden die vorderen Plätze von sozialen Themen belegt, deren Bedeutung in den letzten zwei Jahren sogar zugenommen hat.

Persönliches Interesse entscheidend über Studienwahl

Bezüglich der Wahl des Studienfachs macht ebenso ein Nicht-Karrieregrund das Rennen. Für 63 Prozent der Befragten ist das persönliche Interesse ein sehr wichtiges Motiv bei der Wahl des Studienfaches. Als zweitwichtigsten Punkt nennen die Studierenden gute Jobchancen und Berufsaussichten (49 Prozent). Gute Verdienstmöglichkeiten kommen auf lediglich 32 Prozent. Der Geschlechteraspekt hat auf diese Aussagen nahezu keinen Einfluss.

Ein Grund für Gewichtung der Motive liegt scheinbar in der Einschätzung der aktuellen und zukünftigen persönlichen Situation. Die Zufriedenheit der Studierenden hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. Im Jahr 2018 sind insgesamt 88 Prozent der Studierenden eher oder sehr zufrieden mit ihrer persönlichen Situation. Zum Vergleich:  Im Jahr 2014 waren es noch 80 Prozent. Der Anteil der sehr Zufriedenen stieg von 20 auf 34 Prozent.

Optimistische Erwartungen für die Jobsuche

Der bevorstehenden Jobsuche blickt die Mehrheit zuversichtlich entgegen. 41 Prozent gehen davon aus, im Anschluss an das Studium zügig einen Job zu finden. Weitere 51 Prozent beantworteten die Frage mit „eher ja“. Lediglich acht Prozent der Studierenden sind hinsichtlich der Jobsuche skeptisch. Als Grund für diesen Optimismus sieht Oliver Simon, Leiter der Personalabteilung von EY in Deutschland, die wirtschaftliche Situation im Land: „Die gegenwärtige Studentengeneration findet hervorragende Arbeitsbedingungen vor. Das hat ihr ein Gefühl der weitgehenden Sicherheit gegeben, so dass sie sich mehr auf ihre persönlichen Interessen und Ziele konzentrieren kann.“

Simon spricht gleichzeitig eine Warnung aus. „Allerdings sollten wir uns alle bewusst sein, dass der globale Wettbewerb nicht schläft. Gerade in den Schwellenländern wächst eine erfolgshungrige Generation heran, die das Level erreichen will, auf dem Deutschland heute steht. Wir als Gesellschaft müssen deswegen auch dafür sorgen, dass wir uns nicht ausruhen, sondern ebenso weiter nach Erfolg streben. Nur dann können junge Hochschulabgänger auch weiter relativ sorglos ins Berufsleben starten.“

Beitragsbild: © pathdoc / Fotolia

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