Leben in der perfekten Schein-Welt „Instagram“: Die Stressfaktoren der Millennials

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Schwimmen im türkisblauen Meer, ein Selfie mit der neuen Marken-Handtasche vor der Skyline von New York oder ein gesunder, grüner Smoothie zum Frühstück nach dem morgendlichen Workout – das Leben der Menschen scheint in all seinen Facetten perfekt zu sein. Doch dieses perfekte Leben ist nur eine Schein-Welt. Eine vermeintliche Realität, die Menschen in der realen Welt enormen Stress aussetzt.

Das zeigt auch die Studie der britischen Mental Health Foundation aus dem Jahr 2018.

Demnach empfinden 49% der 18- bis 24-Jährigen, die angaben hohen Stress zu verspüren, den Druck sich mit anderen Menschen zu vergleichen, als Stressfaktor. Damit machen sie in Hinblick dieser Aussage den größten Anteil aller Altersgruppen aus.

Im Vergleich zu den perfekten Instagram-Bildern, erscheint das eigene Leben langweilig und weniger schön. Man steht auf, geht zur Arbeit, trifft sich vielleicht mit ein paar Freunden, rafft sich hin und wieder dazu auf, zum Sport zu gehen – und schon ist der gewöhnliche und unaufregende Tag vorbei. Dabei sollte man sich immer wieder bewusst machen, dass auch hinter den schönsten Instagram-Bildern ein ganz gewöhnliches Leben steckt – und das Bild in vielen Fällen bloß eine aufwändig inszenierte Momentaufnahme darstellt.
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Schöner – besser – aufregender

Wer in der Instagram-Welt unterwegs ist, wird häufig hohem Druck ausgesetzt. Es gilt möglichst viele Follower und Likes zu generieren – um jeden Preis. Denn je höher die Anzahl der Likes, desto beliebter scheint das Foto zu sein und umso mehr steigt das eigene Selbstwertgefühl. Dabei schrecken viele Instagramer auch nicht davor zurück, Likes und Follower gegen Geld einzukaufen. Eine hohe Followerzahl ist das Statussymbol auf Instagram – und somit unverzichtbar für den Erfolg eines Accounts.

Damit ein Account auch unabhängig von gekaufter Bestätigung erfolgreich sein kann, belasten sich die User selbst mit hohem Stress. 60% der 18- bis 24-Jährigen und 41% der 24- bis 34-Jährigen haben laut der Mental Health Foundation-Studie Stress aufgrund des Drucks, erfolgreich zu sein. Dafür werden mehrmals täglich Bilder gepostet, nachdem vermutlich 100 Bilder-Versuche gemacht wurden, von denen keines gut genug erschien – denn schließlich muss es perfekt sein, um aus der Masse herauszustechen und besonders beliebt zu werden.

Dass dies weitrechende Folgen haben kann, zeigt der Fall von Lisette Calveireo. Sie ist der perfekte Beweis für die Fake-Realität, die auf Instagram Normalität geworden ist. Um ihr scheinbar perfektes Leben zu beweisen, ging sie mehrmals täglich essen, reiste in entfernte Länder und kaufte sich ständig neue teure Kleidung und Taschen – all dies nur, um ein schönes Instagram-Bild machen zu können. Da ihr Einkommen als Praktikantin dafür selbstverständlich nicht reichte, bezahlte sie all dies zunächst von ihren Ersparnissen. Als diese aufgebraucht waren, suchte sie sich einen Nebenjob und nahm einen Kredit auf. Sie wollte den Schein ihres perfekten Lebens wahren – bis sich ein Schuldenberg von 10.000 Euro angesammelt hatte.

Wer also denkt, dass sein Leben schlechter sei, als das der Instagramer und sich dadurch unter Druck setzen lässt sollte sich vor Augen halten: Vielleicht ist das Selfie vor der New Yorker Skyline nur ein Foto vor einem großen Wandbild in einer Kölner Galerie.

Jobsuche über Soziale Medien: Eine zusätzliche Chance

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Bewerbungsmappen, die per Post verschickt werden, wurden in vielen Branchen und Unternehmen schon längst durch die Online-Bewerbung abgelöst. Sei es per E-Mail oder direkt über das Jobportal der Firmenwebsite – die Zeiten der postalischen Bewerbung sind größtenteils Geschichte.

Als zusätzliche Option zum Bewerbungsschreiben bietet sich in der heutigen Zeit die Jobsuche bzw. die Bewerbung über Soziale Netzwerke an. Dafür gibt es extra für die Jobsuche ausgelegte Soziale Netzwerke, wie beispielsweise Xing mit 15 Millionen Mitgliedern und LinkedIn mit 12 Millionen Mitgliedern in D-A-CH.

Im Gegensatz zu privat genutzten sozialen Netzwerken, wie Facebook, dreht sich hier alles um den Job und die jeweiligen Branchen. Das Profil wird mit berufsrelevanten Informationen gefüttert, wie die Ausbildung, Berufserfahrungen, Fähigkeiten usw. Zudem erhält man über diese Portale branchenspezifische Berichte, Mitteilungen und News.

Die Jobsuche in solchen Netzwerken kann auf zwei Weisen erfolgen:

  1. Der Bewerber schreibt einem Ansprechpartner des Unternehmens, in dem er sich bewerben möchte.
  2. Das Mitarbeiter suchende Unternehmen schreibt potentiellen Kandidaten und versucht somit, geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren. In einem ähnlichen Prozess werden Talente durch von dem Unternehmen beauftragten Headhunter angeschrieben.

Höchste Priorität: ein vollständiges Profil

Damit ein Unternehmen oder Headhunter auf ein Profil aufmerksam wird, ist es unumgänglich, sein Profil so vollständig und mit so vielen relevanten Infos wie möglich zu füllen. Je vollständiger das Profil ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es vom Unternehmen gesuchte Merkmale enthält und man interessant für das Unternehmen ist.

Zudem sollte das Profil zu der Branche passen, in der man einen Job sucht. Während das Profil eines Versicherungskaufmanns beispielsweise ein klassisches Bewerbungsfoto mit Anzug beinhalten sollte, kann und sollte das Profil eines Kreativen etwas lockerer sein und nicht zu steif wirken.

Neben den berufsspezifischen Netzwerken, lassen sich heutzutage auch über privat genutzte Soziale Netzwerke Jobs finden. Auf Facebook beispielsweise gibt es viele Job-Gruppen, in denen sich Bewerbende und Unternehmen suchen und finden. Auch von Unternehmen geschaltete Job-Anzeigen erreichen Personen, die nicht in beruflichen Netzwerken angemeldet sind. Bei der Nutzung des privaten Profils sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Profil „sauber“ ist und keine Inhalte enthält, die die Jobchancen verringern.

Die Nutzung von Sozialen Netzwerken, seien es berufliche oder private, stellen eine enorme Chance dar, denn es können Kontakte geknüpft werden, die offline wahrscheinlich niemals zustande gekommen werden.

Um die Kontaktchancen zu steigern, können job- und branchenrelevante Beiträge kommentiert, geteilt und geschrieben werden – das zeigt Interesse und erhöht die Chance, gesehen und entdeckt zu werden.