Schule und Wirtschaft – passt das?
Seit 1997 arbeiten wir sehr eng mit Schulleitungen, Lehrern, Schüler- und Elternvertretern zusammen und stellen uns daher fortlaufend der Frage: Wie können wir die wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen und den pädagogischen Bildungsauftrag von Schulen miteinander verknüpfen? Geht das überhaupt? Und wenn ja: Ist es gesetzlich erlaubt und moralisch vertretbar?

In den letzten 15 Jahren unserer Arbeit hat sich an den Schulen einiges verändert: Die Anforderungen an Schulen, Lehrer und Schüler sind gestiegen, viele Schulen befinden sich bereits in einer oder auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen Verwaltung, die Mittel aus öffentlichen Kassen sind knapper geworden, und aufgrund des demografischen Wandels und schwindender Schülerzahlen kämpfen immer mehr Schulen um die eigene Existenzgrundlage.
Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht, die Schulen und Bildungseinrichtungen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben durch die Vermittlung privatwirtschaftlicher Kooperationen zu unterstützen. Denn durch eine intelligente Integration, innovative Konzepte und dialogorientierte Kommunikationsformen kann der pädagogische Bildungsauftrag sehr gut mit den Interessen privatwirtschaftlicher Partnerunternehmen verbunden werden.
Das dieses mittlerweile bundesweit möglich ist, liegt zum einen an einer politischen Liberalisierung, die sich insbesondere durch die Einführung von Sponsoringparagraphen in die Landesschulgesetze zeigt, zum anderen aber auch an einer zunehmend breiten Unterstützung aufseiten aller Beteiligten. So haben sich bis Sommer 2011 bereits 8.000 Schulen und 5.000 Kindergärten unseren Netzwerken angeschlossen. Eine Untersuchung des Instituts für Markt- und Sozialforschung, die im August 2010 in der Zeitschrift „HORIZONT“ veröffentlicht worden ist, belegt, dass mittlerweile bereits 61,5% der Eltern Werbung an Schulen gut oder sehr gut finden, wenn dadurch Unterrichtsmaterialien günstiger werden.1 Und auch bei den Schülern ist Schulmarketing beliebt: Laut der Ambient Media Analyse (AMA) 2008 belegen innerhalb der 14-19-jährigen Zielgruppe die Schulmarketingmedien mit großem Abstand die ersten drei Plätze.2
Diese Entwicklungen zeigen: Schule und Wirtschaft passen bei Anwendung der richtigen Konzepte sehr gut zusammen und können in vielerlei Hinsicht voneinander profitieren. Die Aufgabe der DSA youngstar ist es nun, diese vertrauensvolle Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen aufzubauen und unter Berücksichtigung beiderseitiger Interessenslagen zu vertiefen.