Archiv der Kategorie 'Jugendpresse'
Ab dem 2. März erscheint im Egmont Ehapa Verlag mit “Polly Pocket” ein neues Kindermagazin. Das neue, 36 Seiten starke Heft richtet sich an Mädchen im Alter zwischen 6 und 8 Jahren. Die Erstausgabe bietet neben Geschichten, Tests, Rätseln und Malvorlagen auch eine von 12 Sammelpuppen als Extra.
Die IVW hat sich über Jahrzehnte als Messinstrument für den Print- und in jüngerer Zeit auch für den Online-Bereich etabliert. Die hier manifestierten Auflagen, Verbreitungen und Reichweiten bestimmen die Bedeutung einer Publikation und letztendlich über die Anzeigenpreise auch die wirtschaftliche Situation der Verlage. Dass die IVW den Verlagen bei der Meldung ihrer Kennzahlen einen gewissen gestalterischen Spielraum lässt, ist hinreichend bekannt.
Jugendliche konsultieren unterschiedliche Medien zu unterschiedlichen Themen. Nutzen sie das Internet vor allem zur Information über Computerspiele, suchen sie im TV nach aktuellen News und in Zeitschriften nach Geschichten über Mode und Bekleidung. Die brandaktuelle JIM-Jugendstudie 2009 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs), die 1.200 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren im Sommer diesen Jahres befragte, zeigt dieses in sehr anschaulicher Form.
Wie der Panini-Verlag freudig berichtete, verkaufte sich Heft Nummer zwei des erst im Juni gelaunchten Kindertitels “Wickie” bereits stolze 90.000 Mal. Damit bewegt sich der Titel kurz nach Erscheinen bereits im Spitzenfeld der Kindermagazine. Aufgrund dieser positiven Verkaufsentwicklung wurde die Bezugsmenge für den Handel schon für das folgende Heft von 120.000 auf 145.000 Exemplare erhöht.
Der Versuch scheint gelungen zu sein. Aufgrund des “großartigen Erfolgs” der Erstausgabe im September, wird der Bauer-Verlag den neuen Titel BRAVO Twist in Serie gehen lassen. Das Heft adressiert Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die nun vierteljährlich beglückt werden. Die Twist scheint eine Adaption des gleichnamigen Magazins, das Bauer bereits in den USA herausgibt. Twist bietet einen zunächst wenig überraschenden Themenmix aus Stars, Kino, Mode und Beauty. Den Schwerpunkt bilden jedoch 16 großformatige Hochglanzposter. Die Druckauflage liegt bei 180.000 Exemplaren. Die Verkaufserwartung beziffert Bauer mit 100.000 Heften. Die 1/1 Seite 4c soll laut Liste 6.500 € kosten.
Der SPIEGEL-Verlag stellt am 15. September erstmals das Kindermagazin „DEIN SPIEGEL – Die Welt verstehen!“ vor. “DEIN SPIEGEL” ist zunächst als einmalige Ausgabe geplant und richtet sich an Mädchen und Jungen im Alter zwischen 9 und 12 Jahren. Das Magazin erscheint in einer Auflage von 150.000 Heften zu einem Copypreis von 3,40 Euro.
Axel Dammler rief und wieder kamen sie alle. Bei der zwölften Jugendmarketing-Konferenz “iconkids & youth” trafen sich führende Köpfe der Branche um Neuigkeiten zu erfahren, alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Fachvorträge sowie die begleitende Ausstellung “Young Communication” offenbarten einen schönen und lehrreichen Exkurs durch die facettenreiche Jugendmarketing-Landschaft.
Nachdem der Trend für die Kindertitel schon im Quartal 4/2008 nach unten zeigte, hat sich dieser nun weiter manifestiert. Es gibt wenig Gewinner. Die “Schlachtschiffe” der Branche verlieren weiter an Auflage, einige neue Titel trotzen jedoch der Krise und erkämpfen sich die Gunst der jungen Leser.
Der positive Trend in der Jugendpresse setzt sich fort: Die etablierten Jugendtitel können in Krisenzeiten die Talfahrt stoppen – legen sogar zu. Neue und wenig auflagenstarke Hefte müssen jedoch weiterhin schmerzhafte Verluste hinnehmen. Halten sich die Jugendlichen in Krisenzeiten an bekannte Marken oder können auflagenstarke Titel effektiver gegensteuern? Werfen wir einen kurzen Blick auf Gewinner und Verlierer.
Wie Axel Springer Mediahouse treuen Anzeigenkunden gestern mitteilte, soll das Jugendmagazin “Popcorn” mit der Auflage 4/2009 ein umfangreiches Facelift erhalten. Alle Rubriken sollen überarbeitet, das gesamte Auftreten frecher werden. Neue redaktionelle Inhalte wie das “Fan Forum” oder “Crazy Star Fun” sollen das Konzept ergänzen. Ein letztes Aufbäumen? Die Zahlen sprechen für sich.